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Landesverwaltungsamt veröffentlicht Broschüre zur Flächennutzungsplanung in Thüringen Nur ein Fünftel der Gemeinden sichert Entwicklungsinteressen durch Flächennutzungsplan


Erstellt von Tanja Neubauer

Lediglich 119 der 631 Gemeinden in Thüringen (19 %) verfügen über einen Flächennutzungsplan, der das gesamte Gemeindegebiet umfasst. Weitere 77 Gemeinden (12 %) verfügen zumindest für Teile ihres Gemeindegebietes über einen Flächennutzungsplan. Derartige „Teilpläne“ sind in aller Regel fortgeltende Pläne von ehemals eigenständigen Gemeinden, die mittlerweile neugegliedert wurden. Fast 70 % der Thüringer Gemeinden (435) hat aktuell keinen Flächennutzungsplan. Besonders in Gemeinden mit bis zu 5.000 Einwohnern fehlt es häufig an einem solchen Plan.

Im Flächennutzungsplan legt die Gemeinde die Grundsatzentscheidungen für die städtebauliche Entwicklung der nächsten Jahre dar. Dafür sind unter anderem folgende Fragen von Bedeutung: Werden neue Wohngebiete benötigt? Wo sollen sie entstehen? Müssen möglicherweise leerstehende Wohngebiete zurückgebaut werden? Wo sollen Gewerbegebiete entwickelt werden? Braucht es neue Gemeinbedarfseinrichtungen, zum Beispiel Kindertagesstätten oder Schulen, und wo sollen sie angesiedelt werden? Wo sollen Parkanlagen und Sportplätze erhalten werden? All diese Fragen sind grundlegend für die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung einer Kommune.

Basierend auf diesen Überlegungen wird im Flächennutzungsplan die Bodennutzung in den Grundzügen dargestellt, zum Beispiel in Form von Wohnbauflächen und gewerblichen Bauflächen, Anlagen und Einrichtungen der Daseinsvorsorge (Schulen, Kirchen, Krankenhäuser etc.), Grünflächen und Flächen für die Landwirtschaft. Auf Grundlage dieser Darstellungen entwickelt die Gemeinde für einzelne Teilflächen Bebauungspläne, die Baurecht schaffen und eine Bebauung der Flächen ermöglichen.

Ohne einen Flächennutzungsplan sind die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten einer Gemeinde deutlich eingeschränkt. Zunächst fehlt es in der Regel bereits an gesamtgemeindlichen Untersuchungen, zum Beispiel zum Bedarf an Wohnraum oder Gewerbeflächen. Ohne solche Überlegungen bleibt häufig unklar, wo und in welcher Form sich die Gemeinde städtebaulich entwickeln will. Darüber hinaus sind Bebauungspläne, denen kein Flächennutzungsplan zugrunde liegt, nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Langfristige und vorausschauende Planungen für das gesamte Gemeindegebiet sind auf diese Weise nur schwer möglich. Mit Blick auf die stetig zunehmenden Herausforderungen an den Städtebau, etwa in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung sowie Ausbau der erneuerbaren Energien, ist ein Flächennutzungsplan als gesamtgemeindliches Entwicklungskonzept dringend notwendig.

Die Flächennutzungsplanung ist Teil der kommunalen Bauleitplanung. Nach den Vorgaben des Baugesetzbuches (BauGB) ist jede Stadt bzw. Gemeinde verpflichtet, für ihr gesamtes Stadt- bzw. Gemeindegebiet einen Flächennutzungsplan aufzustellen. Ausnahmen von dieser Pflicht bestehen nur in seltenen Ausnahmefällen.

Das Thüringer Landesverwaltungsamt ist landesweit für die Genehmigung von Flächennutzungsplänen zuständig und verfügt somit über die entsprechenden Daten zur Flächennutzungsplanung im gesamten Freistaat Thüringen. Diese Daten wurden ausgewertet und in der Broschüre „Flächennutzungsplanung in Thüringen“ veröffentlicht. Die Broschüre ist auf der Seite hier abrufbar.

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